Ökologie

Das Deponiegelände bietet viel Platz für die Natur. Auf dem ganzen Areal – insbesondere auf der Bioreaktordeponie – ist viel Raum für die einheimische Fauna und Flora. Diese ökologisch wertvollen Flächen dienen als Oasen/Ruheplätze für diverse Tiere, die anderswo oft ihre Lebensgrundlage verloren haben. Im Osten der Deponie, beim Bach neben der Zufahrtsstrasse, laichen Geburtshelferkröten, auch bekannt als «Glögglifrösche». Die von der Umweltorganisation Pro Natura zum Tier des Jahres 2013 gewählte Kröte, ist stark bedroht und braucht natürliche, besonnte und unverbaute Feuchtgebiete als Lebensraum. Diese Bedingungen findet die Kröte, deren Bestand in den letzten Jahrzehnten um ca. 50% geschrumpft ist, in Ausstülpungen des Baches. Neben den bereits vorhandenen Biotopen hat die KEWU AG in Kooperation mit dem Zivildienst verschiedene kleine Projekte zur Förderung der Artenvielfalt durchgeführt. Diese Förderprojekte umfassen zum Beispiel die Anlage von Stein- und Sandlinsen oder den Bau einer Benjeshecke. Zur Förderung der Biodiversität gehört auch die Aufgabe, sogenannte invasive Neophyten zu bekämpfen. Neophyten sind Pflanzen, die vor 1492 und der Entdeckung der »Neuen Welt« (Amerika) nicht bei uns heimisch waren. Als invasiv stuft man sie ein, wenn sie sich schnell und mit negativen Folgen für die heimische Artenvielfalt und Ökosysteme ausbreiten. Die meisten invasiven Neophyten wurden ursprünglich als Zierpflanzen in andere – ihnen fremde – Weltregionen eingeschleppt und verwilderten dann. Auf dem mehrheitlich mageren Boden des Deponiegeländes wächst vor allem das «Einjährige Berufkraut», aber auch der Sommerflieder und der Japanische Staudenknöterich können sich hier schnell ausbreiten. Daher ist es wichtig, dass man mit ständigen Reduktionsmassnahmen den Bestand eindämmt.

Ökoelemente und Projekte

Sandlinse 1
Sandlinse 2

Sandlinsen für Wildbienen

Das Wichtigste in Kürze

Standort: Das ganze Jahr sonnig und wenn möglich trocken: Wildbienen müssen Wärme tanken, auch die Larven gedeihen so besser. Da die Wildbienen nur wenige hundert Meter weit fliegen, muss ein ausreichendes Nahrungsangebot, bestehend aus einheimmischen Wildpflanzen vorhanden sein. Die Linse sollte vor Laub und stark wuchernden Pflanzen geschützt werden und die Zugänglichkeit, zur späteren Pflege und Beobachtung, muss gewährleistet sein. 

Anordnung: Einzeln oder in Gruppen, der Abstand zwischen den Linsen kann rund 100 m betragen.

Material: Sand, dieser darf nicht zu bröckelig und nicht zu lehmig sein. »Spielsand« für den Sandkasten ist ungeeignet, weil er gewaschen ist und keinen Lehm enthält. Sand »ab Wand« erhalten Sie in Kieswerken oder Sie kaufen im Gartengeschäft Ihres Vertrauens den RICOTER-Wildbienensand. Die Qualität prüfen Sie mit einem Handtest:

1. Leicht feuchten Sand in die Hand nehmen und fest zusammendrücken.
2. Das zusammengedrückte Material mit den Fingern anstossen und dann Verhalten und Form beurteilen.
3. Wenn der Sand nach dem Zusammenpressen nur leicht zerbröckelt, ist er geeignet. Zerrinnt das Material sehr leicht und schnell wieder, hat es einen zu geringen Lehmanteil und ist deshalb ungeeignet. Bei einem zu hohen Lehmanteil zerbröckelt der Sand gar nicht.
Wenn Sie verschiedene geeignete Sandarten finden, können Sie auch unterschiedliche Bereiche anlegen. Gewisse Bienen bevorzugen ungewaschenen, etwas gröberen Natursand, andere den eher feinen Schlemmsand.

Bauweise: Siehe unten. 

Grösse: Für eine ökologisch wertvolle Sandlinse, muss man von einem Volumen ab 50 x 50 x 50 cm ausgehen. Dies entspricht acht Säcken RICOTER-Wildbienensand (Gewicht: 200 kg). 

Zeitpunkt: Die ideale Jahreszeit für den Bau einer Sandlinse ist zwischen Oktober und Februar. Ab März beginnt die Wildbienensaison und erste Bienenarten bauen ihre Niströhren.

Unterhalt: 1–2-mal pro Jahr (Frühling, Herbst) sollten auf allen Flächen die Gräser und stark wuchernden Pflanzen von Hand entfernt, jedoch nicht gejätet werden. Wenn der Sandhaufen überwachsen oder der Sand abgeschwemmt wurde, sollte man an einer neuen Stelle eine Sandlinse errichten. Neuer Sand, der auf dem alten Standort verteilt wird, führt dazu, dass vorhandene Wildbienen im Boden nicht mehr schlüpfen. Sie werden sozusagen lebendig begraben.

Bauweise unterirdische Sandlinsen:

Erster Schritt:
An einem sonnigen trockenen Ort manuell, mit Pickel, Schaufel und Stechgabel, oder für grössere Linsen maschinell, mit einem Bagger, den Bereich der Sandlinse abhumusieren. Das heisst, dass man die ersten 30 cm des fruchtbaren Bodens abträgt und separat in unmittelbarer Nähe deponiert. Diese Erde ist die fruchtbarste und sollte unbedingt vor Ort wieder eine Verwendung finden! Nun kann man mit dem Ausheben der Grube weiterfahren und sollte eine Tiefe von ca. 50 cm erreichen.

Zweiter Schritt:
Nach dem Aushub den Grubenboden als Drainage mit rund 10 cm Kies auffüllen.

Dritter Schritt:
Befüllen der Grube mit Wildbienensand.
Mengen: Für ein Sandlinse mit 50 x 50 x 50 cm Volumen braucht man rund acht Säcke RICOTER-Wildbienensand. Doch je nach Formgebung gilt diese Menge lediglich als Vorgabe.

Vierter Schritt:
Über dem Boden eine Kuppe von ca. 30 cm Höhe formen, Wildbienensand dabei leicht andrücken.

Fünfter Schritt:
Hügel anschliessend mit Brombeerranken oder Ästchen zum Schutz gegen Katzen abdecken.

Sechster Schritt:
Umgebung der Sandlinse mit Wildstauden als Nahrungsquelle für die Wildbienen und Insekten bepflanzen (Wiesensalbei, Glockenblumen, Witwenblumen oder andere).

Siebter Schritt:
Zur Förderung der Biodiversität weitere natürliche Strukturen mit Totholz, Ästen, Schneckenhäuschen, Steinhaufen, Trockenmauern etc. schaffen.


Bauweise oberirdische Sandlinsen:

Erster Schritt:
Mit einem Walm aus Totholz, Steinplatten, oder grösseren Steinen die Fläche umranden, um der Erosion Einhalt zu gebieten.

Zweiter Schritt:
Die eingerahmte Fläche mit Wildbienensand anhäufen und leicht andrücken, so dass die Höhe des Haufens in der Mitte mindestens 50 cm beträgt.

Steinlinse 1
Steinlinse 2

Steinlinsen für Eidechsen

Das Wichtigste in Kürze

Standort: Sonnige Böschungen aller Art, vor allem entlang von Strassen und Bahnlinien. 

Anordnung: In Gruppen oder Reihen, Abstand zwischen den Linsen idealerweise nicht mehr als 10 – 30 m. 

Material: Bruchsteine, formwild und unsortiert, 80% des Materials muss eine Korngrösse von 20 – 40 cm aufweisen, der Rest kann feiner oder gröber sein; möglichst nur ortstypisches Gestein verwenden. 

Bauweise: Siehe unten. 

Grösse: Volumen von mindestens 2 – 3 m3, idealerweise 5 m3 oder mehr. Kleinere Volumen sind in Kombination mit einer oder mehreren grossen Linsen möglich. 

Zeitpunkt: Steinlinsen können das ganze Jahr über angelegt werden. Ideal ist der Zeitraum von November bis März. 

Unterhalt: Steinlinsen erfordern kaum Unterhaltsarbeiten. Es ist jedoch darauf zu achten, dass im Randbereich ein extensiver Kraut- oder Altgrassaum mit einer Breite von mindestens 50 cm entsteht. Idealerweise lässt man ihn verbrachen und entfernt nur aufkommendes Gebüsch. Auf der sonnenabgewandten Seite der Linse ist ein buschiger Bewuchs wünschenswert. Pflanzen mit niederem, kriechendem Wuchs, wie Efeu oder Waldrebe, dürfen die Linse partiell überziehen, ebenso lässt man grasige oder krautige Vegetationsinseln stehen, die sich im Lauf der Jahre auf der Linse bilden; sie bieten zusätzlichen Schutz und ein günstiges Mikroklima. In der Umgebung aufkommende Gehölze oder Bäume müssen zurückgeschnitten oder eliminiert werden, sobald sie die Steinlinse beschatten.

Bauweise Steinlinsen:

Erster Schritt:
An einer sonnigen Böschung manuell, mit Pickel, Schaufel und Stechgabel, oder für grössere Linsen maschinell, mit einem Bagger, den Bereich der Steinlinse abhumusieren. Das bedeutet, dass man die ersten 30 cm des fruchtbaren Bodens abträgt und separat in unmittelbarer Nähe deponiert. Diese Erde ist die fruchtbarste und sollte unbedingt vor Ort wieder eine Verwendung finden! Nun kann man mit dem Ausheben der Grube weiterfahren und sollte eine Tiefe von ca. 80 – 120 cm erreichen. Der Grubenboden muss zusätzlich eine Neigung von 10 bis 20% nach vorne aufweisen, um eine ausreichende Drainage sicherzustellen.

Zweiter Schritt:
Nach dem Aushub den Grubenboden zwecks Drainage mit einer ca. 10 cm starken Kiesschicht auffüllen.

Dritter Schritt:
Die Grube kann jetzt mit dem ausgewählten Gesteinsmaterial - grössere Steine eher unten, kleinere flache eher oben - aufgefüllt werden.

Vierter Schritt:
An der Oberfläche kann man optional noch einige Äste/Totholz verbauen, um das Mikroklima zu verbessern. Dieses Material sollte aber nur sporadisch eingebaut werden, um die Linse nicht vollständig zu bedecken.

Skizze Steinlinse 1
Skizze Steinlinse 2
Benjeshecke 2
Benjeshecke 1

Benjeshecke für Amphibien, kleinSäugetiere und Vögel

Das Wichtigste in Kürze

Standort: Wählen Sie einen hellen und luftigen Standplatz. Ein schattiger Ort ist weniger ideal und verzögert die natürliche Begrünung des Areals. Die Benjeshecke sollte täglich mindestens drei bis vier Sonnenstunden erhalten. Ideale Standortbedingungen beschleunigen das Pflanzenwachstum.

Anordnung: In Gruppen oder Reihen, der Abstand zwischen den Benjeshecken ist nicht relevant.

Material: Ein Vorteil dieser Art Hecke ist, dass nur wenige Materialien benötigt werden, die zudem oftmals direkt zur Hand sind. Totholz oder Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern bildet das Füllmaterial, dazu Stängel verblühter Stauden, Grün- und Rasenschnitt. Zusätzlich benötigen Sie zum Anlegen einer Benjeshecke gerade gewachsene Äste oder Pfähle derselben Größe (falls sie diese im Fachhandel kaufen, achten Sie auf unbehandeltes Holz).

Bauweise: Siehe unten. 

Grösse: Sinnvoll ist eine Höhe zwischen einem Meter und Brusthöhe, um das Material gut stapeln zu können. Wenn die Hecke als Sichtschutz dienen soll, sind auch zwei Meter Höhe möglich. Die Länge variiert je nachdem, wie viel Grünschnitt und Äste zur Verfügung stehen - und wie viel Platz vorhanden ist. Mit einer Benjeshecke kann auch ein ganzes Grundstück eingezäunt werden.

Zeitpunkt: Die Wintermonate bieten sich ideal für Ihr kleines Bauvorhaben an, denn so haben Sie nach den Garten-Aufräumarbeiten im Herbst genügend Baum- und Grünschnitt für die Benjeshecke zur Verfügung. Wenn Sie die Benjeshecke spätestens im März fertig gestellt haben, können sich mit etwas Glück bereits im Frühsommer die ersten Tiere und Pflanzen darin ansiedeln.

Unterhalt: Da die Benjeshecke relativ anspruchslos ist, benötigt sie nicht allzu viel Pflege – dies gilt besonders für die erste Zeit. Ab und zu sollten Sie stark wuchernde Pflanzen zurückschneiden und die Hecke mit neuem Grünschnitt auffüllen. Eine gelegentliche Schicht aus Erde oder Laub hilft, der Hecke mehr Stabilität zu verleihen.

Bauweise Benjeshecke:

Erster Schritt:
Pfähle bzw. Äste mit einem Vorschlaghammer ca. 30 bis 50 cm tief in den Boden schlagen. Damit das Holz nicht splittert, können Sie ein Kantholz als Einschlaghilfe verwenden. Achten Sie darauf, dass alle Pfähle nach dem Einschlagen ungefähr gleich hoch sind.

Zweiter Schritt:
Füllmaterial innerhalb der Holzkonstruktion lose aufschichten und anschließend verdichten, indem Sie sie das Totholz vorsichtig heruntertreten. Nach dem Anlegen Ihrer Benjeshecke sollten Sie dies übrigens nicht mehr tun, um den nistenden Tieren Ruhe zu gewähren.

Dritter Schritt:
Äste, die sehr weit aus der Hecke herausstehen, mithilfe einer Astschere kürzen und dünnere Zweige, die nach dem Einfüllen herausragen, in die Konstruktion einflechten.