Sandlinsen für Wildbienen
Das Wichtigste in Kürze
Standort: Das ganze Jahr sonnig und wenn möglich trocken: Wildbienen müssen Wärme tanken, auch die Larven gedeihen so besser. Da die Wildbienen nur wenige hundert Meter weit fliegen, muss ein ausreichendes Nahrungsangebot, bestehend aus einheimmischen Wildpflanzen vorhanden sein. Die Linse sollte vor Laub und stark wuchernden Pflanzen geschützt werden und die Zugänglichkeit, zur späteren Pflege und Beobachtung, muss gewährleistet sein.
Anordnung: Einzeln oder in Gruppen, der Abstand zwischen den Linsen kann rund 100 m betragen.
Material: Sand, dieser darf nicht zu bröckelig und nicht zu lehmig sein. »Spielsand« für den Sandkasten ist ungeeignet, weil er gewaschen ist und keinen Lehm enthält. Sand »ab Wand« erhalten Sie in Kieswerken oder Sie kaufen im Gartengeschäft Ihres Vertrauens den RICOTER-Wildbienensand. Die Qualität prüfen Sie mit einem Handtest:
1. Leicht feuchten Sand in die Hand nehmen und fest zusammendrücken.
2. Das zusammengedrückte Material mit den Fingern anstossen und dann Verhalten und Form beurteilen.
3. Wenn der Sand nach dem Zusammenpressen nur leicht zerbröckelt, ist er geeignet. Zerrinnt das Material sehr leicht und schnell wieder, hat es einen zu geringen Lehmanteil und ist deshalb ungeeignet. Bei einem zu hohen Lehmanteil zerbröckelt der Sand gar nicht.
Wenn Sie verschiedene geeignete Sandarten finden, können Sie auch unterschiedliche Bereiche anlegen. Gewisse Bienen bevorzugen ungewaschenen, etwas gröberen Natursand, andere den eher feinen Schlemmsand.
Bauweise: Siehe unten.
Grösse: Für eine ökologisch wertvolle Sandlinse, muss man von einem Volumen ab 50 x 50 x 50 cm ausgehen. Dies entspricht acht Säcken RICOTER-Wildbienensand (Gewicht: 200 kg).
Zeitpunkt: Die ideale Jahreszeit für den Bau einer Sandlinse ist zwischen Oktober und Februar. Ab März beginnt die Wildbienensaison und erste Bienenarten bauen ihre Niströhren.
Unterhalt: 1–2-mal pro Jahr (Frühling, Herbst) sollten auf allen Flächen die Gräser und stark wuchernden Pflanzen von Hand entfernt, jedoch nicht gejätet werden. Wenn der Sandhaufen überwachsen oder der Sand abgeschwemmt wurde, sollte man an einer neuen Stelle eine Sandlinse errichten. Neuer Sand, der auf dem alten Standort verteilt wird, führt dazu, dass vorhandene Wildbienen im Boden nicht mehr schlüpfen. Sie werden sozusagen lebendig begraben.
Bauweise unterirdische Sandlinsen:
Erster Schritt:
An einem sonnigen trockenen Ort manuell, mit Pickel, Schaufel und Stechgabel, oder für grössere Linsen maschinell, mit einem Bagger, den Bereich der Sandlinse abhumusieren. Das heisst, dass man die ersten 30 cm des fruchtbaren Bodens abträgt und separat in unmittelbarer Nähe deponiert. Diese Erde ist die fruchtbarste und sollte unbedingt vor Ort wieder eine Verwendung finden! Nun kann man mit dem Ausheben der Grube weiterfahren und sollte eine Tiefe von ca. 50 cm erreichen.
Zweiter Schritt:
Nach dem Aushub den Grubenboden als Drainage mit rund 10 cm Kies auffüllen.
Dritter Schritt:
Befüllen der Grube mit Wildbienensand.
Mengen: Für ein Sandlinse mit 50 x 50 x 50 cm Volumen braucht man rund acht Säcke RICOTER-Wildbienensand. Doch je nach Formgebung gilt diese Menge lediglich als Vorgabe.
Vierter Schritt:
Über dem Boden eine Kuppe von ca. 30 cm Höhe formen, Wildbienensand dabei leicht andrücken.
Fünfter Schritt:
Hügel anschliessend mit Brombeerranken oder Ästchen zum Schutz gegen Katzen abdecken.
Sechster Schritt:
Umgebung der Sandlinse mit Wildstauden als Nahrungsquelle für die Wildbienen und Insekten bepflanzen (Wiesensalbei, Glockenblumen, Witwenblumen oder andere).
Siebter Schritt:
Zur Förderung der Biodiversität weitere natürliche Strukturen mit Totholz, Ästen, Schneckenhäuschen, Steinhaufen, Trockenmauern etc. schaffen.
Bauweise oberirdische Sandlinsen:
Erster Schritt:
Mit einem Walm aus Totholz, Steinplatten, oder grösseren Steinen die Fläche umranden, um der Erosion Einhalt zu gebieten.
Zweiter Schritt:
Die eingerahmte Fläche mit Wildbienensand anhäufen und leicht andrücken, so dass die Höhe des Haufens in der Mitte mindestens 50 cm beträgt.